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Installation "Pilger der Hoffnung" von Kerstin Himmler

Für das Projekt H.O.P.E., initiiert von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Mitten in Franken e.V., entwickelt die Bildhauerin und freie Künstlerin Kerstin Himmler  (https://www.kerstinhimmler.de) eine raumgreifende Installation, die  an mehreren bedeutenden Kirchorten in der Region der KEB MittenInFranken gezeigt wird: In der Nürnberger Frauenkirche, in St. Ludwig in Ansbach sowie 2026 in St. Bonifaz in Röthenbach/Pegnitz, Herz Jesu in Erlangen sowie in Nürnberg-Katzwang.
 
Die Installation zeigt einen Menschen in Kindesgröße im Superheldenkostüm, der auf einem schmalen Steg auf eine goldene, metallisch schimmernde Scheibe von zwei Metern Durchmesser zu balanciert. Die Scheibe symbolisiert Hoffnung und zieht mit ihrer Erhabenheit die Blicke auf sich. 
Die Kindsfigur verkörpert durch ihre anarchische Unbedarftheit und ihren Wagemut das Selbstbewusstsein, das es braucht, um den vielfachen Herausforderungen unserer Zeit hoffnungsvoll und engagiert gegenüberzutreten.  
Die Installation spricht nicht nur Gläubige an. Ihre ästhetische Sprache ist klar, farbig und zugleich poetisch. Die Figur erinnert in ihrer Gestaltung an einen Comic-Charakter, trägt aber ein universelles Thema in sich: den Wunsch nach Orientierung in unsicheren Zeiten. 

Ausstellung:

Hier können Sie den Pilger der Hoffnung 2026 besuchen:

- bis 14. Juni 2026: Herz Jesu, Erlangen

- ab 29.09.2026: St. Marien, Nürnberg-Katzwang

- ab Jahresende 2026: in Fürth

2025 war das Kunstwerk bereits  in der Frauenkirche Nürnberg in der gotischen Westvorhalle aus der Entstehungszeit der Kirche um 1360 ausgestellt sowie in St. Ludwig in Ansbach. Im März und April 2026 machte der "Pilger" Station in St. Bonifatius in Röthenbach/Pegnitz (Nürnberger Land). 

INTERVIEW MIT KERSTIN HIMMLER  

Im Interview spricht Himmler über Symbolik, Spiritualität und die Herausforderung, Hoffnung künstlerisch zu fassen. 

Eine goldene Scheibe, ein balancierendes Kind – Hoffnung als Bild 

Frau Himmler, wie sieht Ihre Skulptur konkret aus? Und wie interagiert sie mit den sehr unterschiedlichen Kirchenräumen? 

Die zentrale Form ist eine goldene Scheibe, auf die eine Art Stiege zuläuft – und auf dieser balanciert ein Kind, für mich ein „frecher kleiner Superheld“. Das ist meine künstlerische Assoziation zu Hoffnung. Diese Figur läuft mutig auf das Licht zu. 
Ich habe die Arbeit ursprünglich für die Frauenkirche in Nürnberg konzipiert, speziell für das sogenannte Paradies. In diesem besonderen architektonischen Rahmen, zwischen rotem Sandstein und gotischem Skultpurenschmuck, wird die Installation aufgestellt. 
Aber das Werk funktioniert auch an den anderen Orten – denn es geht um die Bildidee: den Inhalt, nicht nur um den Raum. Trotzdem verändert sich natürlich der Eindruck mit jeder Kirche. 

Symbolik, Farbe und Rebellion: Hoffnung als Haltung 

Der Titel des Projekts lautet H.OP.E. – Hoffnung. Wie übersetzen Sie dieses existenzielle Thema in Ihre künstlerische Sprache? 

Für mich bedeutet Hoffnung Mut, Zuversicht – vielleicht sogar Rebellion. Deshalb habe ich dieses Kind gewählt. Es ist eine Figur der Leichtigkeit, bunt, sehr zugänglich. Hoffnung darf leuchten. Ich arbeite ohnehin sehr gern mit Symbolen – meine Werke sind durchdrungen von Ikonografie, von Metaphern und Farben. 
Der kleine Superheld steht für ein universelles Bild – Hoffnung hat für mich nichts Exklusives, sie geht über kirchliche oder religiöse Grenzen hinaus. 

Das Paradies und die Frauenkirche – ein starker Ort 

Ihre Arbeit wird im sogenannten Paradies der Frauenkirche in Nürnberg zu sehen sein – ein liturgisch und historisch bedeutender Ort. Welche Rolle spielt der konkrete Raum für die Konzeption? 

Die Frauenkirche war von Anfang an im Zentrum meiner Überlegungen. Die Architektur dort ist sehr besonders – gerade das Tympanon über dem Portal hat mich fasziniert. Ich wollte etwas schaffen, das formal und inhaltlich genau dort funktioniert. 
Die Bezeichnung „Paradies“ ist natürlich stark: Es ist der Durchgang zur Kirche, das Tor zu einem spirituellen Raum. Ich habe mich gefragt: Was bedeutet Paradies heute? 
Es gibt da diese Verbindung zur Darstellung der Geburt Jesu im Tympanon – und mit meiner Kinderfigur entsteht ein Bezug zu dieser Szene, vielleicht auch zur Frage: Wo beginnt eigentlich Hoffnung? 

Begleitprogramm: Workshops und Vermittlung 

Sie begleiten die Ausstellung mit einem Bildungsprogramm. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher dort? 

Ich werde sowohl Workshops für Kinder und Familien anbieten, als auch ein Format für Erwachsene. Im Zentrum steht die Idee, sich kreativ mit dem Kunstwerk auseinanderzusetzen. 
Wir werden mit Plexiglasscheiben und Vergoldung arbeiten – ein bisschen in Richtung Klimt, aber auch ganz eigenständig. Ich will, dass die Teilnehmenden in Berührung mit der Idee kommen, wie man Hoffnung sichtbar machen kann – mit einfachen, starken Bildern. 

Spiritualität und Gesellschaft: Fragen anstoßen 

Inwiefern möchten Sie mit Ihrer Installation auch spirituelle oder gesellschaftliche Fragen aufwerfen – gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung suchen? 

Ich finde, Kunst kann vieles sein: ästhetisch, schön, aber auch provozierend, unbequem, inspirierend. 
Ich möchte mit meiner Arbeit nicht belehren, sondern anregen. Dieses kleine Kind auf der goldenen Scheibe – das soll etwas in den Menschen zum Schwingen bringen. 
Gerade in unserer Zeit, in der Unsicherheiten dominieren, ist Hoffnung nicht nur ein religiöses, sondern ein zutiefst menschliches Thema. Und genau darum geht es mir. 

Das Gespräch führte Dr. Alexander Racz.